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Leben im mittelalterlichen Judenburg

Da Judenburg über Bürger, dem Burgrecht und einen Burgfried verfügte, konnte man die Stadt als „Burg“ bezeichnen. Doch die Stadt bot mehr als nur Schutz. Judenburg bot, begünstigt durch die gute geographische Lage, gute Handelsbeziehungen und einen gewissen Reichtum für die Bewohner der Stadt. Die Bevölkerung Judenburgs bestand hauptsächlich aus Handwerkern und Kaufleuten, welche die bürgerliche Schicht darstellte. Tatsache ist, dass von den rund 2000 Bewohnern Judenburgs im Spätmittelalter, nur ein geringer Teil aus diesen Bürgern bestand. Diese konnten, durch die bürgerliche Rechte über eine eigene Heirat und Wohnsitz verfügen, musste keine höfischen und leiblichen Abgaben leisten und hatten ein freies Eigentumsrecht. Doch auch diese waren verpflichtet Leistungen zu tätigen, so zum Beispiel als Wächter an den Stadttoren oder in der „Mannswehr“ die Mauern der Stadt zu verteidigen.


Den Großteil der Bevölkerung machte also die nicht-bürgerliche Schicht aus. Diese bestand aus Geistliche, Adlige, Juden und den einfachen Menschen.
Judenburg verfügte über drei Klöster:

 

  • das Minoritenkloster (Franziskaner)
  • das Kloster der Augustiner-Eremiten (Jesuiten)
  • das Klarissenkloster.

 

Dabei handelt es sich - bis auf das Klarissinnenkloster - um Vertreter der Bettelordensklöster, welche sich den seelischen und sozialen Problemen widmeten.


Die Juden hielten sich mehrere Jahrhunderte in Judenburg auf, bevor sie im Jahr 1496 aus der Stadt vertrieben wurden, da sie als zu große Konkurrenz für die Bürger der Stadt galten. Allerdings verdankt Judenburg den Juden die wirtschaftliche Entwicklung, denn sie waren maßgebend an der Umwandlung von Natural- zur Geldwirtschaft beteiligt.


Nachdem im Jahr 1122 der Mannesstamm der Eppensteiner ausstarb, wurde das Burgviertel (heute Martiniplatz) immer wieder als Lehen an verschiedene Ritter überreicht. Neben dieser Anlage, verfügten die Ritter aber auch über Häuser in der Stadt selbst. Das Problem bei diesen adligen Häusern war, dass dafür keine Steuern bezahlt werden mussten und damit die Einnahmen der Stadt darunter litten. Dies war immer wieder einer jener Punkte, welche die Bürger der Stadt stark kritisierten.