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Die Geschichte Judenburgs

Der Markt "Judenpurch" (auch Judinburch, Judenburch) war einer der wichtigsten Städte im Hoch- und Spätmittelalter. Dies basierte besonders auf die günstige Lage der Stadt, denn immerhin trafen sieben Handelstraßen in Judenburg zusammen und ermöglichten so die wirtschaftliche Blüte.


Für die Namensgebung gibt es zwei Theorien:

  • Es lebten viele Juden in Judenburg, daher könnte wegen dem Ballungszentrum die Stadt nach ihnen benannt worden sein. 1496 wurden die Juden aus Judenburg vertrieben
  • Liutold, vom Geschlecht der Eppensteiner (erlosch 1122 mit dem Tod Heinrichs III von Kärnten) förderte die Stadt sehr weitreichend. Die Kurzform von Liutold war Judin.

 

Im heutigen Wappen der Stadt Judenburg (gewählt 1959) sehen wir eine tpyische historische Darstellung eines Juden (erkennbar an Bart und Hut)


Geformt wurde Judenburg durch die letzte Eiszeit (Würm) vor ca. 20.000-12.000 Jahren. Gefundene Arbeitsgeräte (Hammerbeile, Steinhacke), die ca. um 3000 v. Chr. datiert wurden und Ringbarren um ca. 1800. v. Chr., lassen darauf schließen, dass schon einst Judenburg ein bewohntes Gebiet war. Ein besonderes Volk jener Bewohner, waren die Kelten. Sie hinterließen uns den Strettweger Kultwagen (gefunden 1851), sowie bis vor kurzem einen Tempelhügel am Falkenberg und ein Fürstengrab, welches ca. um 600 v. Chr. angelegt worden war.

 

Die Römer bauten schließlich die Haupthandelswege aus. So musste man gezwungenermaßen über Judenburg reisen, wenn man nach Venedig, Oberkärnten, Südtirol, Salzburg, Süddeutschland, Ljubljana oder in den pannonischen Raum wollte.


Die Umgebung um Judenburg erhielt im Jahr 895 die Bezeichnung „Grafschaft“ und wurde zur Kräftigung des Heiligen Römischen Reiches im Jahr 976 an das Herzogtum Kärnten angeschlossen. Bis 1122 war die Adelssippe der Eppensteiner (mit Unterbrechungen) steirische Markgrafen und Kärntner Herzoge. Deren örtlicher Machtschwerpunkt dürfte die einstige Ederbastei bzw. der heutige Martini-Platz gewesen sein.

Im 11. Jahrhundert entstand schließlich eine Kaufmannssiedlung. Um den Besitz besser verteidigen zu können, ließ Liutold auch die Burg Eppenstein bauen, welche heute leider nur mehr aus Ruinen besteht.
Im Jahr 1096 wurde das Kloster des Heiligen Lamberts (St. Lambrecht) durch König Heinrich IV. beurkundet. In der Schenkungsurkunde, welche 1103 übermittelt wurde, wird Judenburg erstmals urkundlich als Markt („mercatus“) bezeichnet. Da es sich hier allerdings nur um eine Erwähnung handelt, dürfte das Marktrecht schon viel früher vergeben worden sein.


Judenburg hatte hiermit das Recht Märkte abzuhalten und weiters das - für Judenburg sehr bedeutende - Stapel- und Niederlagsrecht. Bei letzterem handelt es sich um das Recht, dass Händler (welche über Judenburg reisten) ihre Waren den Bürgern von Judenburg feilbieten mussten.
Im Jahr 1192 ging die Steiermark an die Babenberger und Judenburg wurde so zu einem landesfürstlichen Markt. Im Laufe des 13. Jahrhunderts entstanden weitere Orte, wie zum Beispiel Knittelfeld und Neumarkt. Damit wurden alle Verkehrswege über das Murtal endgültig kontrolliert.

 

Herzog Leopold VI. vergab um 1224 die ersten Rechte einer Stadt, wie zum Beispiel Förderungen für die Erweiterung der Stadtmauer und Stadtturm.
So wurde Judenburg zu einer der bedeutungsvollsten Orte zwischen Wien und Venedig. König Ottokar von Böhmen erließ 1276 das Gesetz, dass alle italienischen Händler, welche Judenburg passierten, eine Strafe erhalten, wenn sie an Fremde Personen Güter verkauften, anstelle von ortsansässigen Kaufleuten.
Aber nicht nur die günstige geographische Lage, ermöglichte Judenburg einen wirtschaftlichen Aufstieg, sondern auch die Währung des Judenburger Guldens, der Eisenabbau und die Speikverarbeitung. Der Judenburger Gulden war im 14. Jahrhundert (1365-1395) die bedeutendste Münze in den Habsburgerländern, schwand allerdings mit der Zeit immer mehr. Judenburg erhielt außerdem von Kaiser Friedrich III. das Recht, als einzige Stadt den Handel mit Speik durchzuführen.
Leider schwand im Laufe der Zeit immer mehr die Bedeutung von Judenburg. Schuld daran waren Konkurrenz, hohe Kindersterblichkeitsrate oder Epidemien. Weiters wurde die Stadt mehrere Male von Bränden heimgesucht.